Mittwoch, 15. Oktober 2008

Die älteste nachweisbare Zahnbetterkrankung

Die älteste nachweisbare Zahnbetterkrankung (Paradontitis) und schmerzhafte Arthritis der Kiefergelenke wurde bei dem Frühmenschen Homo erectus heidelbergensis aus Mauer bei Heidelberg in Baden-Württemberg festgestellt, der vor etwa 630 000 Jahren lebte. Die Arthritis dürfte durch eine Infektion oder durch übermäßiges Abkauen der Mahl- oder Schneidezähne entstanden sein. Auf sie wurde man durch die Abflachung der Gelenkfortsätze aufmerksam.

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Die früheste Schädeldachverdickung

Die früheste Schädeldachverdickung hat man an einem Frühmenschen der Art Homo erectus aus Java erkannt, der vor etwa 700 000 Jahren lebte. Sie entstand durch eine Bluterkrankung ähnlich der Sichelzellenanämie.

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Der älteste Fall einer Muskelentzündung

Der älteste Fall einer Muskelentzündung wurde an dem 1892 bei Trinil auf Java (Indonesien) entdeckten Oberschenkelknochen eines Frühmenschen der Art Homo erectus erkannt. Dieser Mensch litt vor etwa 700 000 Jahren an einer akuten Muskelentzündung, die unterhalb des Gelenkkopfes oberflächliche Knochenwucherungen (Verknöcherung der Muskeln) bewirkte.

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Die früheste Hüftgelenksausrenkung

Die früheste Hüftgelenksausrenkung (Luxatio coxae) ist von einem Vormenschen der Art Australopithecus robustus aus Swartkrans in Südafrika bekannt. Dieser Vormensch hat vor etwa 1 Million Jahren gelebt.

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Der älteste Fall einer Hypervitaminose

Der älteste Fall einer Hypervitaminose, hervorgerufen durch übermäßigen Verzehr von rohem Fleisch, ist aus der Zeit vor etwa 1,5 Millionen Jahren bekannt. An den Langknochen eines Frühmenschen der Art Homo erectus von Koobi Fora in Kenia fielen Veränderungen auf, die auf Hypervitaminose zurückzuführen sind.

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Der früheste gutartige Tumor

Der früheste gutartige Tumor ließ sich am Unterkiefer eines Australopithecus-Vormenschen oder Homo erectus-Frühmenschen aus Kanam in Kenia nachweisen, der vor etwa 1, 5 Millionen Jahren lebte.

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Der älteste Fall von Akromegalie

Der älteste Fall von Akromegalie wurde am Oberkiefer einer vor mehr als 2,5 Millionen Jahren lebenden Frau der Vormenschenart Australopithecus africanus aus Sterkfontein in Südafrika festgestellt. Als Akromegalie bezeichnet man das übermäßige Wachstum der Knochenspitzen im Sinne tumoröser Wachstumstendenzen besonders im Ober- und Unterkiefer. Die Frau von Sterkfontein wird in der Fachliteratur als "Miss Ples" bezeichnet.

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Einer der größten Männer der Germanen

Zu den größten Männern der Germanen gehörte ein Krieger, dessen fast 1,80 Meter langes Skelett bei Esbeck/Elm in Niedersachsen entdeckt wurde. Er hatte im 4. oder 5. Jahrhundert v. Chr. gelebt.

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Der größte keltische Mann

Der größte keltische Mann wurde in einem Gräberfeld zwischen Wolfersheim und Rubenheim im Saarland entdeckt. Dieser Mensch aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. war sage und schreibe 1,95 Meter groß. Er lebte im älteren Abschnitt der Vorrömischen Eisenzeit, die als Hallstatt-Zeit (vor etwa 800 bis 450 v. Chr.) bezeichnet wird.

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Einer der größten Menschen aus der Bronzezeit

Einer der größten Menschen aus der Bronzezeit wurde in einem Grabhügel von Kampen auf der Nordseeinsel Sylt entdeckt. Er hatte das Gardemaß von 1,82 Meter und lebte irgendwann nach 1400 v. Chr. im sogenannten Nordischen Kreis der Bronzezeit.

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Die größten Männer der Glockenbecher-Kultur

Die größten Männer der Glockenbecher-Kultur (vor etwa 2500 bis 2200 v. Chr.) wurden fast 1,80 Meter groß. Ein Mann aus Münchingen bei Ludwigsburg in Baden-Württemberg erreichte beispielsweise eine Körperhöhe von 1,77 Meter, ein Mann aus Stuttgart-Zuffenhausen maß 1,76 Meter.

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Die größten Männer der Trichterbecher-­Kultur

Die größten Männer der Trichterbecher-­Kultur (vor etwa 4300 bis 3000 v. Chr.) wurden bis zu 1, 73 Meter groß. Das zeigten die Untersuchungen der Skelettreste in einem Steinkammergrab von Sorsum bei Hildesheim in Niedersachsen. Die Frauen brachten es dagegen nur auf maximal 1,65 Meter. Die Trichterbecher-Leute gelten als die Erbauer von riesigen Großsteingräbern (Megalithgräber).

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Die kleinste Frau der Hinkelstein-Gruppe

Die kleinste Frau der Hinkelstein-Gruppe wurde in Ditzingen bei Leonberg in Baden-Württemberg gefunden. Sie war nur 1,40 Meter groß.

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Die größten Angehörigen der jungsteinzeitlichen Hinkelstein-Gruppe

Die größten Angehörigen der jungsteinzeitlichen Hinkelstein-Gruppe (vor etwa 4900 bis 4800 v. Chr.) waren bis zu 1,75 Meter groß. Ein solches Maß hatte ein Mann aus Offenau bei Heilbronn in Baden-Württemberg.

Die größten frühen Ackerbauern und Viehzüchter der jungsteinzeitlichen Linienbandkeramischen Kultur

Die größten frühen Ackerbauern und Viehzüchter der jungsteinzeitlichen Linienbandkeramischen Kultur (vor etwa 5500 bis 4900 v. Chr.) erreichten eine Körpergröße bis fast 1,80 Meter. Ein Mann aus Kleinhadersdorf in Niederösterreich war beispielsweise 1,77 Meter groß.

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Die größten Jäger, Fischer und Sammler aus der Mittelsteinzeit

Die größten Jäger, Fischer und Sammler aus der Mittelsteinzeit (vor etwa 8 000 bis 5 000 v. Chr.) wurden selten mehr als 1,70 Meter groß. Dieses Maß erreichte beispielsweise ein etwa 30 bis 40 Jahre alter Mann, dessen Skelettreste 1933 in der Falkensteinhöhle bei Thiergarten unweit von Sigmaringen (Baden-Württemberg) entdeckt wurden.

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Der kleinste Fund eines Jetztmenschen aus dem Eiszeitalter

Der kleinste Fund eines Jetztmenschen aus dem Eiszeitalter stammt aus Südita­lien. Es war ein 17 Jahre alter junger Mann, der vor etwa 11 000 Jahren lebte und eine Körpergröße von knapp über 1 Meter hatte. Dieser Fund gilt als einer der ältesten Nachweise von Zwergwuchs.

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Der größte Jetztmensch aus dem Eiszeitalter

Der größte Jetztmensch aus dem Eiszeitalter wurde in Pavlov in der Tschechoslowakei entdeckt. Es war ein etwa 1,85 Meter großer Mann, der vor mehr als 20 000 Jahren lebte. Er wird in die Kulturstufe des Pavlovien datiert.

Die größten Neandertaler

Die größten Neandertaler aus der Zeit zwischen etwa 300 000 und 35 000 Jahren erreichten eine Körperhöhe bis zu 1,60 Meter. Sie hatten eine untersetzte und kräftige Statur.

Der größte Frühmensch der Art Homo erectus

Der größte Frühmensch der Art Homo erectus wurde nahe des Turkanasees in Kenia (Afrika) entdeckt. Dabei handelt es sich um das Skelett eines etwa 12 Jahre alten Jungen, der erstaunlicherweise 1,68 Meter groß war. Vielleicht hätte er als Erwachsener eine Körperhöhe von 1,80 Meter erreicht. Bis zu diesem Fund nahm man an, daß die Frühmenschen der Art Homo erectus maximal 1,60 Meter groß wurden. Der Junge hat vor mehr als 1,5 Millionen Jahren gelebt und gilt als einer der am besten erhaltenen Funde von Homo erectus.

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Die größten Vormenschen der Gattung Austrolopithecus

Die größten Vormenschen der Gattung Austrolopithecus wurden bis zu 1,40 Meter groß. Dieses Maß erreichten jedoch nur die Männer. Die Frauen waren mit maximal 1,20 Meter deutlich kleiner. Der Größenunterschied zwischen den Geschlechtern wird als Sexualdimorphismus bezeichnet.

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Der am besten erhaltene Fund eines Menschen aus der Steinzeit

Der am besten erhaltene Fund eines Menschen aus der Steinzeit wurde am 19. September 1991 in Tirol entdeckt. Dabei handelt es sich um die mumifizierte, vom Gletschereis eingeschlossene Leiche eines mindestens 20 Jahre alten Mannes aus der Zeit vor mehr als 3000 v. Chr. Auf den Sensationsfund war das Ehepaar Erika und Helmut Simon aus Nürnberg in Nähe des Similaun-Gletschers in den Ötztaler Alpen gestoßen. Exakte Vermessungen ergaben, daß der Fundort in Südtirol, also auf italienischem Gebiet, liegt. Der sogenannte „Similaun-Mann“ ist fast 1,60 Meter groß. Seine Vorderzähne waren durch starke Beanspruchung beim Kauen von harter Nahrung sehr abgenutzt. Es ist unklar, warum sich dieser Mensch bis in 3200 Meter Höhe in die Alpen vorgewagt hat. Diskutiert werden unter anderem die Zugehörigkeit zu Alphirten, die Jagd auf im Gebirge lebende Tiere (Gemsen, Steinböcke), die Suche nach begehrten Erzen (Kupfer) oder die Erkundung unbekannten Terrains. Der Mann trug wetterfeste Kleidungsstücke, die innen mit Heu gefüttert waren, Schnürschuhe (Größe 38) aus Wildleder, „Socken“ aus Birkenrinde und mit Gamshaar gefütterte Handschuhe. Er hatte Werkzeuge und Waffen bei sich. Zu seiner Ausrüstung gehörten auch ein hölzernes Tragegerüst, Feuersteine und Zunder in einem Lederbeutel zum Feuermachen, eine Pfeilspitze mit Holzgriff, die als Messer diente, ein Bogen aus Kirschholz und 14 etwa 75 Zentimeter lange Pfeile in einem Köcher sowie ein Beil mit Holzschaft und Metallklinge. Wegen der Form des Beiles, das auf den ersten Blick einem sogenannten Knieholzbeil aus der frühen Bronzezeit ähnelt, hielt man den „Similaun-Mann“ zunächst für einen Menschen, der vor etwa 2000 v. Chr. in der Bronzezeit gelebt hat. Doch Untersuchungen von Gräsern aus einem Geflecht, das zusammen mit dem „Similaun-Mann“ geborgen wurde, ergaben an den Universitätsinstituten in Uppsala (Schweden) und Paris über einstimmend ein Alter zwischen 2616 und 2866 v. Chr. Dies entspricht noch der jüngeren Steinzeit. Nach Altersdatierungen von winzigen Gewebe- und Knochenteilen in Oxford und Zürich könnte der „Similaun-Mann“ sogar irgendwann zwischen 3100 und 3350 v. Chr. gelebt haben. Bisher lässt sich nicht genau sagen, um welche Kultur es sich handelt. Zum Proviant des Gletschermannes zählten Dörrfleisch, Fladenbrot aus Gerste oder Hafer und getrocknete Beeren. Als Schmuck hatte der Mann eine durchlochte Steinperle, durch die sechs fingerlange Stricke gezogen waren. Rätsel geben die zehn in drei Reihen übereinander angeordneten Striche auf dem Rücken auf. Sie werden als Tätowierung gedeutet, die vielleicht als Stammes- oder Standeszeichen diente. Das Knie wurde von einem Farbkreuz verziert. Der „Similaun-Mann“ ist vermutlich zu Beginn der kalten Jahreszeit im Herbst von einem Schlechtwettereinbruch überrascht worden und hat daraufhin in einer windgeschützten Felsvertiefung Schutz gesucht. Dort könnte er vielleicht an Unterkühlung gestorben sein. Die ungewöhnlich gute Erhaltung des Körpers ist nach Ansicht von Gerichtsmedizinern darauf zurückzuführen, daß der Leichnam durch Lagerung im lockeren Schnee bei windbedingter Trockenhaltung rasch mumifizierte. Bei der erst viele späteren Gletscherüberlagerung blieben Leiche und Ausrüstung völlig unverändert.

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Die ersten anatomisch modernen Menschen

Die ersten anatomisch modernen Menschen existierten vor mehr als 100000 Jahren in Afrika. Sie werden Jetztmenschen, Neumenschen oder Neanthropinen genannt. Ihre wissenschaftliche Bezeichnung lautet Homo sapiens sapiens. Dieser Name geht auf den schwedischen Naturforscher Carl von Linné (1707-1778) zurück. Zu den ältesten Funden dieser Unterart, der alle heutigen Menschen angehören, zählen diejenigen von Omo in Äthiopien (etwa 100000 Jahre) und von Border Cave in Südafrika (etwa 110000 bis 90000 Jahre). Die frühesten Funde in Asien (Palästina) sind 92000 Jahre alt, in Europa (Combe Capelle in Frankreich) fast 35000 Jahre. In Amerika (Los Angeles und San Diego in Kalifornien) etwa 28000 Jahre und in Australien (Mungosee) etwa 32000 Jahre. Die europäischen Jetztmenschen aus der Zeit ab etwa 35000 Jahren werden nach einem französischen Fundort als Cro-Magnon-Menschen bezeichnet. Der Jetztmensch Homo sapiens sapiens erreichte eine Körpergröße bis zu 1,80 Meter, er hatte ein stark verkleinertes Gesichtsskelett, eine steile Stirn und ein markant vorspringendes Kinn. Diese Jetztmenschen schufen vor mehr als 30000 Jahren die ersten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte, trugen Schmuck und erfanden neue Waffen (Speerschleuder, Harpune, Pfeil und Bogen) sowie neue Werkzeuge (Nähnadel).

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Der berühmteste Neandertaler-Fund

Der berühmteste Neandertaler-Fund – wenn nicht sogar der bekannteste Urmenschen-Fund überhaupt – glückte 1856 in der Kleinen Feldhofer Grotte im Neandertal bei Düsseldorf-Mettmann in Nordrhein-Westfalen. Nach diesem Tal , das damals noch mit „th“ geschrieben wurde, sind die Neandertaler (Homo sapiens neanderthalensis) benannt. Die Skelettreste dieses späten Neandertalers aus der Zeit vor etwa 70000 Jahren kamen beim Abbruch der Kleinen Feldhofer Grotte zum Vorschein. Als erster erkannte der von den Steinbrucharbeitern herbeigerufene Realschullehrer und Höhlenforscher Carl Fuhlrott (1803-1877) aus Wuppertal-Elberfeld die wahre Natur dieser Skelettreste und deren hohes geologisches Alter. Seine Schlussfolgerungen wurden jedoch anfangs nur von wenigen zeitgenössischen Experten geteilt. Erst seit 1901 wurde der Neandertaler allgemein als Urmensch betrachtet. Von dem Skelett sind das Schädeldach, beide Oberschenkel, der rechte und der linke Oberarm, fünf Rippenfragmente und die linke Beckenhälfte erhalten. Sie stammen von einem erwachsenen Menschen, der zu Lebzeiten an allerlei Krankheiten litt. Die Skelettreste dieses Neandertalers werden heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn aufbewahrt.

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Die ersten Neandertaler

Die ersten Neandertaler – auch „klassische Neandertaler“ genannt – sind zu Beginn der Würm-Eiszeit vor etwa 115000 Jahren nachweisbar. Sie behaupteten sich bis vor etwa 35000 Jahren und verschwanden dann aus bisher ungeklärten Gründen. Die späten oder klassischen Neandertaler wurden zunächst Homo neanderthalensis genannt, inzwischen bezeichnet man sie als Homo sapiens neanderthalensis. Diesen Begriff führte 1931 der Wittenberger Ornithologe und Theologe Otto Kleinschmidt (1870-1954) ein. Die späten Neandertaler hatten einen robusten Körperbau mit sehr massiven Extremitätenknochen, die im Unterarm und Oberschenkel oft stark gebogen waren. Sie besaßen eine flache Stirn, ein durchschnittlich 1500 Kubikzentimeter großes Gehirn, kräftige Überaugenwülste, massive Vorderzähne und starke Muskeln. Späte Neandertaler lebten in West-, Mittel- und Osteuropa. Sie wohnten in Höhlen, unter Felsdächern und in zeltartigen Behausungen, jagten mit Stoßlanzen und Wurfspeeren unter anderem Elefanten, Nashörner, Wildpferde, Hirsche, Rentiere und Bären. Außerdem gelten sie als die ersten Urmenschen, die ihre Toten sorgfältig bestatteten und vermutlich bereits religiöse Vorstellungen entwickelten.

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Der am besten erhaltene Schädel eines frühen Neandertalers

Der am besten erhaltene Schädel eines frühen Neandertalers aus der Zeit vor etwa 300000 Jahren wurde 1933 in einer Kiesgrube von Steinheim an der Murr in Baden-Württemberg entdeckt. Dieser Fund wurde durch den Stuttgarter Paläontologen Fritz Berckhemer (1890-1954) untersucht und 1934 als Homo steinheimensis bezeichnet. Heute wird dieser bedeutende Fund entweder Homo steinheimensis oder Homo sapiens anteneanderthalensis genannt. Er gilt als einer der frühesten Angehörigen der Art Homo sapiens.

Die ersten frühen Neandertaler

Die ersten frühen Neandertaler existierten bereits vor etwa 300000 Jahren in Europa. Sie werden jedoch unterschiedlich bezeichnet. Ein Teil der Wissenschaftler nennt sie frühe Neandertaler oder Vorneandertaler (Anteneandertaler) oder Homo sapiens anteneandertalensis. Andere Experten sprechen dagegen von einer Praesapiens-Stufe (Homo sapiens praesapiens) oder von Steinheim-Menschen (Homo sapiens steinheimensis), weil einer der aussagekräftigsten Funde aus dieser Zeit in Steinheim an der Murr in Baden-Württemberg zum Vorschein kam. Weitere Funde dieses Typs kennt man aus England (Swanscombe) und Frankreich (Lazaret-Höhle bei Nizza, Fontéchevade in Südfrankreich und Montmaurin in den französischen Pyrenäen). Die frühen Neandertaler besaßen ein etwa 1300 bis 1500 Kubikzentimeter großes Gehirn, einen kräftigen Überaugenwulst, eine flache Stirn und ein fliehendes Kinn. Die Neandertaler werden als Altmenschen oder Paläanthropinen bezeichnet.

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Die letzten Frühmenschen

Die letzten Frühmenschen der Art Homo erectus existierten vor etwa 300000 Jahren. Zu ihnen gehören in Deutschland die Frühmenschen von Bilzingsleben in Thüringen und der Frühmensch von Reilingen in Baden-Württemberg. Der erste Knochenrest (ein Hinterhauptstück) in Bilzingsleben wurde 1972 von dem Prähistoriker Dietrich Mania aus Halle/Saale entdeckt. Zwischen 1974 und 1982 kamen in Bilzingsleben weitere menschliche Schädelteile und zwei Zähne zum Vorschein. Diese Funde erhielten den wissenschaftlichen Namen Homo erectus bilzingslebenensis, den 1978 der Prager Anthropologe Emanuel Vlcek prägte. Die Entdeckungsgeschichte des Reilinger Frühmenschen begann 1978, als ein Kiesgrubenarbeiter den hinteren Teil eines Menschenschädels barg. Der Fund wurde dem Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart übergeben und einige Jahre später dem Tübinger Paläanthopologen Alfred Czarnetzki zur Bearbeitung überlassen. 1989 nannte Czarnetzki diesen Fund offiziell Homo erectus reilingensis, so hatte er ihn schon einige Jahre vorher mündlich bezeichnet.

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Der älteste Mitteleuropäer

Als ältester Mitteleuropäer gilt der Frühmensch Homo erectus heidelbergensis vor etwa 630000 Jahren, von dem 1907 in Mauer bei Heidelberg ein Unterkiefer mitsamt Zähnen gefunden wurde. Entdecker war der Sandgrubenarbeiter Daniel Hartmann (1854-1952) aus Mauer. Der Unterkiefer wurde von dem Heidelberger Paläontologen Otto Schoetensack (1850-1912) untersucht. Der mächtige Unterkiefer stammt von einem Mann, der im Alter von etwa 20 Jahren starb. Der Fund aus Mauer wird als Heidelberg-Mensch bezeichnet.

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Dienstag, 14. Oktober 2008

Blick in das Taschenbuch "Rekorde der Urmenschen"

Rekorde der Urmenschen













Wiesbaden (rekorde-der-urmenschen) - Wann, wo und wie lebten die ersten Vormenschen, Frühmenschen, Altmenschen und Jetztmenschen? Wie sahen sie aus, wie groß wurden sie, an welchen Krankheiten litten sie, welche Kleidung und welchen Schmuck trugen sie, wie haben sie gewohnt, was haben sie gegessen und getrunken, und was haben sie geglaubt?

Auf alle diese und viele andere Fragen geben das Taschenbuch und das Weblog "Rekorde der Urmenschen" des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst eine Antwort. Beide schildern die Entwicklung von noch affenähnlichen Vormenschen bis zu vernunftbegabten Jetztmenschen jener Art, zu der auch wir gehören. Das Blog ist unter der Adresse http://rekorde-der-urmenschen.blogspot.com im Internet zu finden.

Die ersten Behausungen des Menschen werden ebenso behandelt wie die frühesten Siedlungen, Befestigungsanlagen, Seeufersiedlungen, Tempel, Möbel, Kleidungs- und Schmuckstücke, Werkzeuge, Waffen, Haustiere, Musikinstrumente und Kunstwerke. Außerdem erfährt man viel über die Krankheiten und Verletzungen unserer frühen Vorfahren, die ersten Operationen und die Medizinmänner der Steinzeit.

Weitere Themen sind die Tiere, die von Menschen gejagt wurden, die Anfänge der Religion mit den ersten Bestattungen, Kannibalismus und Menschenopfern, die frühesten Tauschgeschäfte, Boote, Wagen, Straßen, Reittiere, der Beginn von Ackerbau und Viehzucht sowie Töpferei, die früheste Nutzung von Metallen und die erste Schrift.

Das Wissen über diese "Rekorde der Urmenschen" ist in unzähligen Büchern, Fachpublikationen, Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln verstreut, die häufig den Laien nicht bekannt, zugänglich und manchmal auch nicht verständlich sind, daß sie in fremden Sprachen oder einer zu wissenschaftlichen Sprache abgefaßt wurden. Das Material für das vorliegende Buch wurde durch intensives Literaturstudium in Fachbibliotheken, durch Briefe und Gespräche mit Spezialisten zusammengetragen und in allen Fällen überprüft.

Jeder der erwähnten "Rekorde der Urmenschen" kann durch einen neuen spektakulären Fund übertroffen werden. Denn die Erforschung der Vergangenheit von Menschen und den Erfindungen unserer Vorfahren steht nicht still. Was heute gilt, kann morgen schon überholt sein. So ist dieses Buch lediglich der Versuch einer Momentaufnahme des gegenwärtigen Wissensstandes.

Die Texte des Taschenbuches "Rekorde der Urmenschen" stammen aus dem Werk "Rekorde der Urzeit" (1992) von Ernst Probst in alter Rechtschreibung. Daraus entstanden 2008 zwei Bände: Bei "GRIN Verlag für akademische Texte" erschienen "Rekorde der Urzeit" (Landschaften, Pflanzen, Tiere) und "Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion".

Das Taschenbuch "Rekorde der Urmenschen" ist für 18,99 Euro erhältlich beim Buchgroßhändler "Libri" unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/productDetails/7673392/ernst_probst_rekorde_der_urmenschen_3640146395.html sowie bei rund 1.000 Online-Buchshops wie http://www.amazon.de